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Herrichtungskonzept



Drei-Schichten-Modell

Da das Haus erst 1934 erbaut wurde, konnte man nicht auf das Niveau einer geschichtlich unbelasteten Epoche zurückbauen, sondern musste versuchen, mit den Überresten der deutschen Geschichte so objektiv aber doch sensibel wie möglich umzuge- hen. Der im Rahmen eines europaweiten Wettbewerbs zum Generalplaner bestimmte Berliner Architekt Hans Kollhoff ent- wickelte hierzu den Leitgedanken eines Drei-Schichten-Ansatzes. Die beiden Bauschichten aus den 30er Jahren und der Nach- kriegszeit wurden soweit möglich erhalten. In allen funktional wichtigen Bereichen wurde jedoch eine dritte Schicht hinzuge- fügt. Die Verwirklichung dieses Leitgedankens erfolgte auf drei Wegen. Zum ersten wurden, den Empfehlungen der Denkmal- pfleger folgend, besonders die modernen Züge des Erweite- rungsbaus durch Rückbaumaßnahmen wiederhergestellt. Dazu zählt die Öffnung von Fenstern, die in der Nachkriegszeit ver- mauert worden waren, vor allem aber auch die Wiederherstel- lung der Oberlichter im größten Raum des Hauses, der ehema- ligen Kassenhalle 1. Zum zweiten wurden, wo es mit den Anfor- derungen des Auswärtigen Amts zu vereinbaren war, Raum- ensembles und Innenraumausstattungen aus der Zeit der SED-Nutzung erhalten. Hierzu gehören der ZK-Sitzungssaal, der einen Teil der ehemaligen Kassenhalle 3 einnimmt, der Sitzungsraum des Politbüros im 2. und das Arbeitszimmer des ehemaligen Politbüromitglieds Günter Mittag im 4. Oberge- schoss. Zum dritten wurde bereits in der Planungsphase mit dem Künstler Gerhard Merz ein Farbkonzept entwickelt, das sich inte- grativ in die Umbaumaßnahmen einfügt. Durch die Anbringung großflächiger Farbfelder in den wichtigsten Räumen und Treppenaufgängen erhält das Gebäude eine spürbare Frische und Ausdrucksstärke.
 
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